Liebe Landsleute!
Angesichts der bevorstehenden Sonderkonferenz der Tibeter und Tibeterinnen in Dharamsala ist es ein guter Zeitpunkt, Euch einige Ideen über die nun einzuschlagende Richtung des tibetischen Freiheitskampfes vorzutragen. Die Aufgabe, die in den kommenden Wochen bis zum 22. November 2008 vor uns liegt, ist klar. Es ist von äusserster Wichtigkeit, die gegenwärtige Situation nüchtern zu analysieren, eine Strategie auszuarbeiten, um den politischen Stillstand zu überwinden, die durch die ergebnislosen sino-tibetischen Gespräche entstanden ist, den Freiheitskampf zu erneuern und der internationalen Gemeinschaft einen Fahrplan für die Lösung der Tibet-Frage vorzulegen.
Eine umfassende Revision unserer Politik ist erforderlich, und eine solche kann nur erfolgreich sein, wenn ihr konkrete politische Handlungen folgen. In einigen parlamentarischen Demokratien würde eine solche Lage wie die, in der wir uns befinden, sogar sofortige Neuwahlen erforderlich machen. Bei der kommenden Sonderversammlung sollte ein solcher Schritt ernstlich in Erwägung gezogen werden.
Wir können uns glücklich schätzen, SH den Dalai Lama als unser Oberhaupt zu haben, der nachdrücklich und unaufhörlich betont, wie wichtig es ist, bei unseren Bemühungen im Hinblick auf eine Lösung für die Zukunft unseres Volkes ein ganzheitliches Bild der Lage Tibets zu bewahren. Ich hoffe, dass die folgende Analyse und die Schlussfolgerungen seinem Bestehen auf einer ganzheitlichen Herangehensweise gerecht werden sowie den Ernst der Lage, in der wir uns befinden, deutlich machen, so dass sie im Hinblick auf den Kurs, den wir für unsere Handlungen einschlagen sollten, Eure Unterstützung finden wird.
Wir alle sind uns darüber klar, dass der jetzigen Führung der tibetischen Exilregierung die Riesenaufgabe aufgebürdet wurde, eine politische Lösung für die Zukunft Tibets zu finden und dass sie jede nur mögliche Anstrengung unternommen hat, um eine „einvernehmliche Atmosphäre“ zu schaffen – dem Eckstein der Methode des Mittleren Weges –, damit die chinesische Führung positiv reagieren könne. Viele von uns hofften, dass unsere weitreichenden Zugeständnisse schliesslich ein positives Ergebnis zeitigen würden. Aber die Wirklichkeit ist die, dass bisher kein nennenswerter Fortschritt gemacht wurde und die tatsächliche Lage in Tibet sich stattdessen weiter verschlechtert hat.
Man kann getrost annehmen, dass die tibetische Regierung damit rechnete, dass eine Kombination von politischem Druck und Kompromissbereitschaft zu einem gewissen Fortschritt führen würde. Die Monate und Jahre vor der Olympiade im August 2008 stellten ein einzigartiges taktisches Szenario dar, wie wir es uns alle erhofft hatten und auf das wir hingearbeitet haben: Während die tibetische Seite eine Reihe von Erklärungen abgab, um eine freundliche Atmosphäre zu schaffen, verbesserte sich international die Aufmerksamkeit gegenüber der Lage in Tibet und der Druck auf die chinesische Regierung wuchs angesichts der zu jener Zeit noch bevorstehenden Olympiade.
Der internationale Druck vermehrte sich sichtlich nach der historischen Erhebung in Tibet und erreichte seinen Höhepunkt während des Olympischen Fackellaufs. Doch statt einer Verbesserung der Lage, wurde die Repression in Tibet schlimmer und die diplomatischen Initiativen SH des Dalai Lama wurden im Juni 2008 wieder einmal glatt abgelehnt. Die Beleidigungen und Verleumdungen gegen das tibetische Oberhaupt wurden wiederholt. Da sie sich darauf verlassen konnte, dass im grössten Teil der Welt die Geschäftsinteressen ausschlaggebend sind, wartete die chinesische Führung in letztlich grosser Gelassenheit auf das Ende der Spiele.
2007 wurde ein neues Zentralkomitee der KPC gewählt. Doch eines wurde schnell klar: Wenn es um Tibet geht, folgt die neue Führung in Peking einfach der alten politischen Linie. Unglücklicherweise ist in der chinesischen Führung keine Fraktion in Sicht, die einen politischen Prozess einleiten würde, der zu einer Lösung für Tibet führen könnte. Andererseits ist die alte Garde der Tibet-Experten in der KP, die sich der Tibet-Sache noch ein wenig verbunden fühlte, machtlos oder gestorben. Von der Warte eines amtierenden chinesischen Staatsführers gewinnt nichts man beim Versuch, die Tibetfrage ernsthaft zu lösen, während das Risiko, die nationale Einheit zu gefährden und alles zu verlieren, wozu auch seine eigene politische Zukunft zählt, riesengross ist.
Ebensowenig haben die Präsidentschaftswahlen in Taiwan im März 2008 die erhofften günstigen Resultate gebracht. Der falsche Kandidat gewann. In der Tat wurde Peking für seine harte Position gegenüber Taiwans Unabhängigkeit belohnt. Ein Mann aus den Reihen der Guomingdang, der sich zu der Ein-China-Politik Pekings bekennt, wurde Präsident.
Für die tibetische Führung war es klug, abzuwarten und zu beobachten, wie die neue Führung der KP sich gestalten würde, wie die Pekinger Olympischen Spiele und die Präsidentenwahlen in Taiwan die politischen Perspektiven veränderten. Aber jetzt ist die Zeit gekommen, um zu einer richtigen Einschätzung der Situation zu kommen.
Warum antworten die Chinesen nicht? Während einige argumentieren, der Grund sei Pekings Mangel an Vertrauen in die Position der Tibeter und SH des Dalai Lama, stimme ich persönlich dem nicht zu. Menschliche oder persönliche Faktoren sind irrelevant, wenn es um Nationen geht. Hier spielen ausschliesslich politische Interessen eine Rolle.
Die Geschichte der letzten 20 Jahre lehrt uns, dass die Position der chinesischen Führungsspitze durchaus sinnvoll ist, soweit es um den Schutz ihrer Interessen geht. Und bis zu einem gewissen Grad, wenn wir die Floskeln über die Freundschaft zwischen dem chinesischen und tibetischen Volk beiseite lassen, müssen wir das Folgende anerkennen: Die Chinesen waren konsequent in ihrer Politik und darüber hinaus erfolgreich beim Schutz ihrer nationalen Interessen, handele es sich nun um die Aufrechterhaltung der territorialen Integrität, die Kontrolle der Minoritäten oder die Sinisierung des tibetischen Hochplateaus.
In den gerade vergangenen Jahren gelang es den Chinesen obendrein, ein politisches Spiel zu spielen, das die Grundlagen unserer Politik erschüttert hat, denn sie vermochte sich der Welt als wirtschaftlich erfolgreich und für den Dialog und Menschenrechtsfragen offen darzustellen. Jede Konzession, die wir machten, schuf weitere Verwirrung in unserer Gemeinschaft und hat sogar Zweifel an der politischen Führung des Dalai Lama und der derzeitigen Tibetischen Regierung-im-Exil hervorgerufen. Tibet-Aktivisten, die aus Tibet gekommen sind, sowie viele unserer langjährigen westlichen Unterstützer sind immer verwirrter geworden, wenn die tibetische Regierung sie aufforderte, nicht gegen China oder die Olympischen Spiele zu protestieren.
Sind wir Tibeter denn erfolgreich darin, unsere eigenen Interessen zu schützen? Sind wir unserem Ziel einer Lösung durch Verhandlungen näher gekommen?
Strategie für die kommenden 30 Jahre
Heute, über 20 Jahre nach Strassburg, müssen wir die Tatsache anerkennen, dass die chinesische Regierung ganz deutlich weder gewillt ist, einen Prozess einzuleiten, der zu mehr Freiheit für das tibetische Volk führt, noch die Rückkehr des Dalai Lama nach Tibet zuzulassen. Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass wir der Situation gegenüberstehen, während der Lebenszeit des Dalai Lama zu keiner Lösung mit den Chinesen zu kommen. Als Nation und als Volk sollten wir auf eine solche Lage vorbereitet sein, der Ansatz des Mittleren Weges sollte angepasst werden und wir sollten uns auf eine solide Strategie einigen, die uns als Volk für die kommenden 30 Jahre oder länger Halt verleihen wird.
Die gesamte Ausgangssituation für die Erarbeitung einer Strategie hat sich verändert, es geht nicht mehr darum eine Lösung zu finden, solange Seine Heiligkeit der Dalai Lama am Leben ist, sondern darum, das politische Überleben für eine unbestimmte Zeitspanne zu sichern, den Zusammenhalt der Bewegung und die Intensivierung des Widerstandes in Tibet. Es wäre ein historischer Fehler, so weiterzumachen wie bisher.
In der Tat sind wir nicht vollkommen unvorbereitet, und es gibt eine Menge Gründe, um optimistisch zu sein. Der Wille der Tibeter in Tibet hat in seiner Stärke nicht nachgelassen. Wir haben ein politisches System im Exil aufgebaut und erfolgreich unser kulturelles Erbe verteidigt und wir bewahren es nicht nur weiter, sondern wir sind auch dabei, die tibetische Identität in einer sich rasch wandelnden Welt neu zu definieren. Letzten Endes haben wir eine Menge Freunde und sogar ein paar Regierungen rund um die Welt gewonnen, die Sympathie für unsere Sache zeigen und anerkennen, dass wir es ernst damit meinen, einen Dialog auf der Grundlage der Versöhnung und des Kompromisses zu führen.
Die Sonderversammlung im November
Die vornehmliche Aufgabe für die Konferenz im November ist, den Weg zu einem Wandel in der Politik zu bahnen, um den strategischen Herausforderungen gewachsen zu sein. Es wäre wichtig, sich auf eine Reihe von gemeinsamen, alles beinhaltenden Zielen zu einigen, eine klare Richtung zu setzen, die diversen Fraktionen unserer Gemeinschaft zu einigen und unsere Absicht zu wiederholen, enge Kontakte zu jenen zu pflegen, die unter chinesischer Herrschaft leben. Schliesslich sollte eine revidierte Strategie formuliert werden, die auf jenen Prinzipien basiert, die internationale Anerkennung geniessen und unseren Freiheitskampf unterstützen.
Es wäre offensichtlich falsch, einfach weiterhin der Schaffung einer „einvernehmlichen Atmosphäre“ oberste Priorität zu einzuräumen und die inspirierende Kraft der Idee der tibetischen Eigenstaatlichkeit und des Rechtes uns selbst zu regieren, so wie es von den Tibetern in Tibet zum Ausdruck gebracht wurde, beiseite zuschieben.
Auf der anderen Seite gibt es vielleicht Leute, die der Ansicht sind, dass jetzt die Zeit gekommen sei, um vollständige Unabhängigkeit zu fordern. Der Ruf nach Unabhängigkeit würde jedoch nicht helfen, uns zu einen und den Dalai Lama, der wiederholt deutlich machte, dass er keine Unabhängigkeit anstrebt, von uns politisch entfremden. So etwas können sich die Tibeter einfach nicht leisten. Wir brauchen SH den Dalai Lama dringender als je zuvor.
Eine bei dem Treffen im November verabschiedete Resolution und eine separate Erklärung des Dalai Lama, in der er das Recht des tibetischen Volkes auf Selbstbestimmung als unser politisches Ziel einfordert, sowie das Recht, dafür zu kämpfen, könnten aus der Sackgasse herausführen, in der wir uns befinden. Diese Erklärungen sollten über die Idee einer kulturellen Autonomie, wie sie von der chinesischen Verfassung vorgegeben wird, hinausgehen und unsere politischen Rechte deutlich machen, die für jede Nation und jedes Volk universal sind. Dies sind Konzepte, die sogar in dem Fünf-Punkte Friedensplan und den Strassburger Vorschlägen enthalten sind.
Verdoppeln wir unsere politischen Aktivitäten!
Ich habe der in unserer Gemeinschaft weitverbreiteten Auffassung stets widersprochen, dass es der einzige Weg um die negativen Auswirkungen der Besetzung Tibets durch die VRC zu bekämpfen sei, in erster Linie eine Lösung der Tibet-Frage durch Verhandlungen herbeizuführen. Das wäre eine vernünftige Position, wenn es auf chinesischer Seite einen echten Partner gäbe, der nicht nur willig wäre, Gespräche zu führen, sondern dies auch aufrichtig täte. Die Lage ist aber gerade umgekehrt. Sich auf die Resultate eines imaginären Dialogs zu stützen, würde jene Aktivitäten blockieren, die uns als Bewegung stärken und uns neue Freunde auf der internationalen Bühne gewinnen könnten.
Durch Warten gewinnen wir nichts. Was hindert uns daran, in Tibet kontinuierlich öffentliche Proteste gegen die unglückselige Eisenbahnlinie, das ungerechte Schulsystem, die Vertreibung der Nomaden aus ihren angestammten Weidegründen, die Sinisierung Tibets zu organisieren? Das lässt sich doch mit den Prinzipien unseres Kampfes und den Wunsch nach einer friedlichen Lösung vereinbaren? Es gibt, wie historische Bespiele uns lehren, einen Weg, die Bewegung zu stärken und die Vorbedingungen zu schaffen, um eine „Atmosphäre“ für jeden politischen Prozess, der zu einer Lösung durch Verhandlungen führt, entstehen zu lassen.
Es gibt keinen Grund, warum die Gesandten nicht nach China reisen sollten. Aber wir müssen sofort die Erwartungen herabschrauben und ihnen eine definierten Rolle in einer neuen Strategie zuweisen. Die Auffassung, in der nahen Zukunft zu einer Lösung durch Verhandlungen zu kommen, sollte fallen gelassen werden. Zukünftige Treffen sollten stattfinden, um Informationen auszutauschen und konkrete Fragen zu besprechen wie das Schicksal der politischen Gefangenen, die religiöse und politische Lage in Tibet usw. Der Dialog muss unseren politischen Zielen dienen und nicht umgekehrt.
Ich halte den Schluss für falsch, dass eine Umorientierung oder Verschiebung der gegenwärtigen Dialogbemühungen uns in ein politisches Niemandsland bringen würde. Es gibt grosse Bereiche politischer Aktivitäten, die wir in den letzten Jahren nicht erforscht und vernachlässigt haben. Unter tibetischen Offiziellen kann das Gefühl beobachtet werden, dass jede Kollaboration mit Tibetern in Tibet oder Unterstützung für politische Aktivitäten in Tibet einer „einvernehmlichen Atmosphäre“ kontraproduktiv sei. Leider hat die tibetische Exilregierung die Kontakte in Tibet auf ein Ausmass reduziert, dass es, als der Aufstand im März 2008 ausbrach, kaum Pläne für Aktivitäten und keine Kontakte in Tibet gab, die uns Bilder und Information über die Lage in Tibet hätten liefern können. Das muss geändert werden. Wir brauchen starke und aktive Kontakte in Tibet.
Neue Initiativen auf der internationalen Bühne
Indem wir das Freiheitsprinzip, das im grundlegenden Recht eines jeden Volkes auf Selbstbestimmung enthalten ist, in den Mittelpunkt unserer politischen Forderungen rücken, verwenden wir eine Sprache, die sich an einem politischen Begriff orientiert, der international geläufig und in der historischen Erfahrung vieler Dritt-Welt-Länder verwurzelt ist.
Viele Jahre lang war die erste und letzte Forderung der tibetischen Vertreter der Dialog.
Tibetische Vertreter waren so fixiert auf den Dialog, dass die anderen Fragen in den Hintergrund traten. Das muss anders werden. Eine Revision, wie die vorgeschlagene, würde den Weg für ein Engagement ausländischer Gruppen und Regierungen auf lange Sicht ebnen, es würde den Umfang der politischen Themen von den lokalen Rechten des tibetischen Volkes bis hin zu internationalen Initiativen erweitern, einschliesslich eines von der UN begleiteten Fahrplans zur Freiheit.
Diese Themenvielfalt innerhalb des Rahmens des Selbstbestimmungsrechts eröffnet uns neue Möglichkeiten in den USA, Europa und selbst in China, sie ermöglicht uns den Zugang zu internationalen Gremien wie den vernachlässigten UN und liefert uns eine kontinuierliche Reihe von Argumenten und neue Verbündete. Die vielfältigen Vorteile des Selbstbestimmungsrechts als eines politischen Rahmenwerks wurden in der Tibeter-Gemeinschaft vielmals besprochen, und es ist unnötig sie zu wiederholen. Aber da ist ein bemerkenswerter Punkt, der der Erwähnung bedarf. Das Selbstbestimmungsrecht schliesst eine Option über den zukünftigen Status Tibets nicht aus, während sie eine Reihe von rechtlichen Grundsätze enthält, die internationale Akzeptanz geniessen und vielen Völkern als ein Sprungbrett zur Freiheit dienten.
Stärkung der Bewegung
Stellt Euch nur vor, was passieren würde, wenn der Dalai Lama nicht mehr unter uns wäre und die Grundsätze unseres Kampfes dieselben bleiben wie sie jetzt sind! Die Führung in Peking könnte leicht Unstimmigkeiten und Meinungsverschiedenheiten in unserer Gemeinschaft säen, indem sie einigen Fraktionen einige günstige Bedingungen oder einen separaten politischen Deal anböte. Sie braucht nicht einmal etwas Konkretes anzubieten, es würde genügen, ein Gerücht in Umlauf zu setzen. Um solchen bedrohlichen Szenarien entgegenzuwirken, muss SH der Dalai Lama unsere politischen Forderungen konsolidieren und deutlich formulieren, was sein politisches Vermächtnis für das tibetische Volk ist.
Aus unerklärlichen Gründen hat die tibetische Exil-Administration stets betont, wie wichtig es sei, die Zivilgesellschaft und die Aktivitäten der Exil-Administration von einander getrennt zu halten. Gewiss muss eine Unterscheidung getroffen werden, aber in den letzten Jahren ist das für einige Mitglieder unserer Gemeinschaft immer bedenklicher geworden. Die gegenwärtige Politik hat sich so sehr abgehoben von den politischen Realitäten, dass sogar die begrenzte oder temporäre Kooperation zwischen der Administration in Dharamsala und dem Rest der Exilgemeinschaft oftmals Kopfschütteln hervorruft.
Für die Zukunft ist es unsere wichtigste Aufgabe, unsere politischen Strukturen am Leben zu erhalten, die Einheit und unseren Geist als Freiheitsbewegung aufrechtzuerhalten, die Frage der Nachfolge des Dalai Lama zu klären und unsere Aktivitäten in Tibet zu verdoppeln. Wir müssen unser eigenes Volk innerhalb und ausserhalb Tibets zum politischen Engagement bewegen, die Jugend zur Tat ermutigen, aktiv jene in Tibet unterstützen, die auf gewaltlosem Wege gegen die chinesische Staatsmacht kämpfen, und ihnen zeigen, dass unsere Solidarität nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern echt gemeint ist.
Das tibetische Volk hat ein demokratisches Recht darauf, politische Alternativen vorgelegt zu bekommen, und es ist gleichfalls das demokratische Recht der Tibeter, für einen Wandel zu stimmen. Ich persönlich glaube an die Kraft des Willens des tibetischen Volkes und appelliere an die Delegierten zu der Sonderkonferenz in Dharamsala, uns von unseren selbstauferlegten Beschränkungen zu befreien und den Kampfgeist des tibetischen Volkes für Freiheit und nationale Selbstbestimmung von neuem zu entzünden.
Wangpo Tethong
Jona/Schweiz, 25. Oktober 2008